Ausbildungskonzept

Am ersten Arbeitstag werden unsere neu eingetretenen Lehrlinge vom Personalchef und dem Ausbildungsleiter begrüßt.

Nach einer Vorstellungsrunde der Ausbilder und ihrer Tätigkeit, des Jugendvertrauensrates und dem Arbeiterbetriebsratsvorsitzenden, wird ein gemeinsames Erinnerungsfoto gemacht.

 

Bei einer anschließenden Besichtigung des Ausbildungszentrums wird ihnen ihre Arbeitsschutzbekleidung übergeben, und eine Spind- bzw. Arbeitsplatzeinteilung vorgenommen.

 

In den nächsten Arbeitstagen werden die Lehrlinge über einige administrative Tätigkeiten, sowie Richtlinien, Rechte und Pflichten eines Lehrlings informiert. Dazu zählen:

 

  • Kontrollieren und Unterfertigung des Lehrvertrages
  • Information über Einstelluntersuchung und Termin
  • Antrag für Lehrlingsfreifahrt
  • Erfassung der Bankkontodaten
  • Compliance Schulung
  • Einführung in die betriebliche Gesundheitsförderung
  • Informationen zum Lehrlingssport
  • Vortrag über Umwelt und Abfallwirtschaft
  • Ausgabe der Startersets (die ersten Messwerkzeuge)

Es ist uns ein großes Anliegen, den Kontakt zu den Eltern von Beginn an herzustellen, um sie über den Leistungsstand ihrer Schützlinge zu informieren.

 

Gerade am Beginn der Lehrzeit ist es wichtig, die Eltern im Boot zu haben, damit der Übergang von Pflichtschule in das Berufsleben problemlos erfolgen kann. Daher veranstalten wir zur Mitte der Probezeit einen Elterninformationsnachmittag, in unserer eigens dafür umgestalteten Werkstätte. Sie wird durch den Aufbau einer Bühne und der Installation von einer Großleinwand, Beamer sowie einer Funksprechanlage zu einer multimedialen Eventwerkstatt.

 

Diese Veranstaltung beginnt mit einem kurzen Imagevideo über unser Unternehmen und einer Begrüßung des Ausbildungsleiters. Darauf  erfolgt eine Vorstellung unserer Ausbilder und ihrer Zuständigkeitsbereiche. Des Weiteren gibt es einen  Vortrag unseres Personalchefs über die Vorzüge unseres Unternehmens, sowie einer Ansprache des Arbeiterbetriebsrats-vorsitzenden.

 

Den Rest des Nachmittages widmen wir dem Informationsaustausch zwischen Ausbilder und Eltern, wobei sie mittels des „Beurteilungsbogens während der Probezeit“, Auskunft über den derzeitigen Leistungsstand,  sowie Ordnung, Pünktlichkeit, Selbstständigkeit, etc. bekommen.

Zum Abschluss können die Lehrlinge ihren Eltern, Geschwistern, Großeltern, und weiteren Gästen ihre selbstgefertigten Werkstücke und ihren Arbeitsbereich präsentieren.

Für die Erlernung der Grundfertigkeiten und zur Stärkung ihrer Motorik, müssen die Lehrlinge je nach Ausbildungsberuf, bis zu 21 Lehrarbeiten herstellen. Bei diesen Werkstücken werden Fertigkeiten wie meißeln, sägen, feilen, bohren, biegen, nieten oder Gewinde schneiden etc. trainiert. Die Lehrarbeiten sind aufbauend, und sollen sie mit dem Werkstoff Metall vertraut machen. Dabei lernen sie auch welche Metalle schwer oder leicht zerspanbar sind.

 

Für das Fertigen der Werkstücke wird Zeit und Qualität vorgegeben. Für jede Arbeit sind die Arbeitsschritte, wie unsere Lehrlinge vorgehen müssen, genau beschrieben. Diese Anleitung enthält auch eine Zeichnung und eine Auflistung der Werkzeuge. Die Lehrlinge überlegen sich ihre Vorgehensweise und besprechen sie anschließend mit ihrem Ausbilder. Dann beginnen sie unter Aufsicht mit der Arbeit. Die Qualität der Arbeit wird in einem Bewertungsprotokoll festgehalten. Durch das eigenständige Überprüfen der Werkstücke lernen unsere Lehrlinge mit Messgeräten, wie Universalmessschiebern oder Bügelmessschrauben, umzugehen.

 

Bei diesen Arbeiten geht es nicht um Schnelligkeit, sondern um die Einhaltung der Qualitätskriterien. Manch ein Lehrling macht eine Lehrarbeit auch mehrmals bis die Qualität stimmt.

 

 

Beispiele von Lehrarbeiten des 1. Lehrjahres:

  • Feilen am U-Stahl
  • Hämmern von Flachstahl
  • Sägen am U-Stahl
  • Bohrplatte und Gewindebolzen
  • Meißeln und Schaben
  • Nietverbindung
  • Stempelübung
  • Flachwinkel
  • Anschlagwinkel

Mit dem KVP – kontinuierlicher Verbesserungsprozess – besteht in unserem Unternehmen die Möglichkeit für jeden Mitarbeiter, Verbesserungs-vorschläge bezüglich Steigerung der Produktivität, Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitssicherheit, Umwelt, Energieeinsparung, etc. einzureichen.

 

Für die Lehrlinge gibt es in unserem Bereich eine eigens eingerichtete Ideenbörse, wo der Lehrling mit Unterstützung der Ausbilder seine Ideen einbringen kann.

Für einen eingebrachten und umgesetzten Vorschlag bekommt der Lehrling zwischen € 40 und € 80. Bei berechenbaren Verbesserungsvorschlägen 3% vom Nutzen.  Die Lehrlinge sehen dies als zusätzliche Motivation, und können sich dadurch ihre Lehrlingsentschädigung aufbessern.

 

Einmal im Jahr werden aus allen Verbesserungsvorschlägen in unserem Unternehmen die Besten aus 3 Kategorien prämiert.

 

Im voestalpine-Konzern gibt es 4 Divisionen, die Böhler Edelstahl GmbH & Co KG gehört zur Special Steel Division, der weitere weltweite Unternehmen angehören. 

 

Die Sieger jedes Unternehmens nehmen wiederum  an der divisionsweiten Prämierung (CIP-Award) teil. Aufgrund unserer engagierten Lehrlinge  ist es uns im Jahr 2012 gelungen, den Preis in der Kategorie „Gesundheit und Arbeitssicherheit“ zu  gewinnen.

Dies erfüllt uns natürlich mit Stolz und bestärkt uns, in diesem Sinne weiterzuarbeiten.

2008 brachten wir auch Ideen, bei der Entwicklung der Trophäe für den Staatspreis Beste Lehrbetriebe, ein. Im Zuge von Gruppengesprächen mit den Lehrlingen entstanden dafür kreative Entwürfe, die mit großem Engagement in einer Projektarbeit ausgearbeitet wurden.

CNC-Kurse

 

In der heutigen Zeit ist die Automatisierungstechnik aus den Betrieben nicht mehr wegzudenken. Deshalb ist das Programmieren von computer-numerisch gesteuerten Maschinen und Anlangen für Metalltechnikberufe unerlässlich. Auch bei anderen Berufen, wie z.B. Elektrotechnik oder Schweißtechnik ist die Vermittlung von Grundkenntnissen erforderlich.

 

Hydraulik, Pneumatik und E-Pneumatik

 

Systemtechnologien wie Hydraulik, Pneumatik, Elektrik/Elektronik stehen als Mittel zur Leistungsübertragung im Wettbewerb zueinander, ergänzen sich aber auch gegenseitig und werden miteinander kombiniert. In unserem Leben und speziell in der Technik sehen wir uns täglich mit diesen drei Aufgabengebieten konfrontiert, ohne uns darüber bewusst zu sein. Mit den Grundlagenkursen wollen wir den Lehrlingen vermitteln, dass Hydraulik, Pneumatik und Elektrotechnik unser Leben mitbestimmen, unter anderem in der Industrie, der Medizin und sogar im eigenen Haushalt.

Um ihnen dieses Wissen näher zu bringen, lassen wir die Auszubildenden mit computerunterstützten Programmen Schaltpläne entwerfen, um diese dann praktisch am Übungsstand zu simulieren. Das heißt, die Lehrlinge erlernen die Funktion und Bauweise der einzelnen Komponenten (Pumpen, Zylinder, Motoren, Ventile) kennen. Diese Simulationen sollen sie auf die Arbeit im Betrieb vorbereiten und unterstützen.

 

Maschinenelemente – Ausbildung

 

Mit unseren zukünftigen „Maschinendoktoren“ führen wir einen eigens zugeschnittenen Kurs durch, der ihnen ein systematisches Vorgehen bei Reparaturen und Servicearbeiten lehren soll.

Wir vermitteln Grundlagen der Mechanik, bauen Maschinenteile und verschiedenste Getriebearten zusammen, zerlegen diese und tauschen Einzelkomponenten, wie Lager, Dichtungen, etc. Unter Verwendung von Betriebsanleitungen, Zeichnungen und Stücklisten lassen wir die Lehrlinge auch Ersatzteilzeichnungen anfertigen.

So lernen sie das Lesen von Montagezeichnungen und die korrekte Montage- und Demontage kennen.

Damit legen wir einen wichtigen Grundstein für ihre fachliche und persönliche Reife im sorgsamen Umgang bei der Instandhaltung von Maschinen.

Wir erhalten laufend Anfragen für die Fertigung verschiedener Projekte  aus unseren Betrieben, aber auch von privaten Kunden.  Diese können von Einzelteilen oder einzelnen Werkstücken, bis hin zu aufwendigen Komponenten im  Anlagen-  bzw.  Maschinenbau reichen.

 

Die Lehrlinge werden je nach Fähigkeit und Lehrjahr in Projektgruppen eingeteilt, wobei ein Lehrling als Gruppensprecher (Projektleiter) fungiert. Mit Unterstützung des Ausbilders müssen die Lehrlinge Skizzen und Zeichnungen erstellen und sich über die Machbarkeit, die Materialauswahl, sowie der Dimensionierung, der Verwendung von Normteilen und Richtlinien für die Fertigung Gedanken machen. Nach abgeschlossener Planung erfolgt die Umsetzung von  Materialbestellung bis hin zur Fertigung.

Bei uns werden die Lehrlinge auch in ihrem Gesundheitsbewusstsein geschult! Das Miteinander und die Kommunikation von den Jugendlichen ist bei uns in der Lehrlingsausbildung ein wichtiges Thema.

Heutzutage sind der Bewegungsmangel und die damit verbundenen motorischen Schwächen in aller Munde. Es werden im Kindesalter die koordinativen Fähigkeiten nicht mehr trainiert, dadurch erhöht sich das Risiko der Arbeitsunfälle und die Ausbildung bei handwerklichen Berufen wird erschwert.

Um diesem Trend entgegen zu wirken, bieten wir unseren Lehrlingen ein extravagantes Gesundheitsprojekt an.

 

Der Start unseres Gesundheitsprojektes beginnt mit einem 2-tägigen Kick-off-Seminar auf der Teichalm, das unter dem Motto „Zusammenarbeit stärken und Hauptsache gesund“ steht. Uns ist es wichtig, dass wir die Eltern auch ins Boot holen, hierfür starten wir im September mit einem Elterninformationsnachmittag, an dem wir die Schwerpunkte des Projektes vorstellen.

Ein weiteres Modul befasst sich mit dem Thema „Ernährung“. Die Zielsetzung ist, den Jugendlichen einen dogmatischen Zugang zum Thema Ernährung zu geben. Es werden einfache, nachvollziehbare Konzepte als Orientierungshilfe angeboten.

„Essen und Trinken ein lästiges Übel oder eine große Verantwortung?“ Natürlich dürfen Ernährungspyramide und Kalorienrechnungen als Bindeglied zwischen Ernährung und Bewegung nicht fehlen.

 

Als nächstes folgt ein „Body-Check“. Er bietet den Lehrlingen Gelegenheit, ihre Daten hinsichtlich Ausdauer, Größe-Gewichtsrelation und Gleichgewichtsfähigkeit mit altersspezifischen Sollwerten zu vergleichen.

Nach der Auswertung, im Zuge unseres Sportunterrichtes wird dieser von weiteren Modulblöcken, die Wissenswertes über unseren Haltungs- und Bewegungsapparat bringen, begleitet.

Wirbelsäulenschonendes Verhalten ist im Arbeitsalltag für eine dauerhafte Gesundheit von großer Wichtigkeit. In einem „Zuckerquiz“ erleben unsere Lehrlinge süße oder vielleicht auch bittere Erkenntnisse. Des Weiteren sind auch die psychische Gesundheit und das Selbstwertempfinden als zentrale Größe für eine Verbesserung der Lebensbalance maßgebend.
Schließlich sind das Themengebiete, die die Gesundheit vervollständigen und gerade im jugendlichen Alter von immenser Bedeutung sind.

Unsere Lehrlinge des 1. und 2. Lehrjahres, haben die Möglichkeit 1x wöchentlich, in der Arbeitszeit, an einem Sportunterricht teilzunehmen.

Um den Bewegungsdefiziten unserer Lehrlinge und den daraus resultierenden Mängeln an koordinativen Fähigkeiten entgegenzuwirken (puncto Arbeitssicherheit), haben wir ein auf unsere Bedürfnisse zugeschnittenes Trainingsprogramm erstellt.

Dieser Unterricht wird von unserer eigens engagierten Trainerin, Frau Lenka Pfeifer, abgehalten.

Die Schwerpunkte zielen auf Teamfähigkeit, Stärkung der koordinativen Fähigkeiten, sowie Kraft und Ausdauer.

Mit diesem Projekt wollen wir unsere Lehrlinge auch motivieren, privat Sport zu treiben.

Ergänzend zum Sportunterricht gibt es für unsere Lehrlinge jedes Jahr eine Vielzahl von zusätzlichen Sportangeboten, die auch immer wieder mit großer Begeisterung angenommen werden. Ob Businesslauf, Eisstockschießen, Lehrlingssporttag oder Weihnachtsfußballturnier. Unsere Lehrlinge sind immer mit Leidenschaft dabei.

Diese Informationsveranstaltung steht unter dem Motto:

„Denn sie wissen (nicht), was sie tun!“

Der Richter, Dr. Helmut Wlasak, informiert jedes Jahr über das Gefahrenpotential legaler und illegaler Suchtmittel. Mit Beispielen aus der Praxis zeigt er auf schockierende Art und Weise, was Drogen und Suchtmittel auslösen, beziehungsweise bewirken.

Zusätzlich zum Vortrag über harte Drogen und Alkoholmissbrauch möchten wir unsere Lehrlinge von einem weit verbreiteten Laster dem Rauchen abhalten.
Daher ermöglichen wir jährlich die Teilnahme an einem Nichtraucherworkshop.

Arbeitsmedizin und Betriebskrankenkasse

 

Durch unsere firmeneigene Betriebskrankenkasse genießen unsere Mitarbeiter aber auch Lehrlinge eine Reihe von Vorzügen. Auch die enge Zusammenarbeit mit unserer Arbeitsmedizin ermöglicht uns, in Form der Einstelluntersuchung, mögliche Krankheiten der Jugendlichen vorzeitig zu erkennen. Außerdem werden bei der jährlichen Untersuchung unserer Jugendlichen Gesundheitsrisiken und berufliche Belastungen oder verschiedene Probleme wie etwa Familie, Arbeitsplatz, Alkohol/Drogen bewusst gemacht.

Zudem verfügt unsere Betriebskrankenkasse auch über ein eigenes Zahnambulatorium, das im Gegensatz zu privaten Zahnärzten eine Reihe von finanziellen Vorzügen bietet.

 

Mit einer zusätzlichen Möglichkeit der Inanspruchnahme unserer Betriebspsychologin Frau Dr. Kaser (z.B. Mobbing, private Probleme, etc.) runden wir unser Angebot an körperlicher und geistiger Fitness ab.